Nicht von der RNZ veröffentlicht.
Repowering bei Windkraftanlagen hört sich nett an. Das Wort umschmeichelt fast schon den tatsächlichen Aufwand baulicher Art und den Stress, der sich daraus für Umwelt und Natur ergibt.
Das „Wiederbefeuern“ alter WKA nach 20 Jahren wäre mit „Abriss“ und „Neubau“ im Fachjargon besser beschrieben.
Die Anlagen sind nach 20 Jahren Betriebszeit alt und mechanisch verschlissen, sodaß eine Aufarbeitung oft nicht wirtschaftlich ist.
Auch die Technik und Bauhöhe entwickeln sich weiter, sodaß ein Neubau oft ertragreicher scheint.
Was bedeutet das konkret? Die alten Anlagen werden auf demselben Weg rückgebaut, wie sie erstellt wurden, also mit Schwerlastkränen und Schwerlasttransporten durch den Wald. Dafür müssen die erst kurz zuvor ggf. aufgeforsteten Flächen wieder freigemacht werden. Die angebliche „Renaturierung“ kann sich also nie richtig entwickeln oder etablieren.
Die Masten werden, zumindest in Teilen gesprengt, was nebst Lärmemmissionen auch weitere Schäden bei Flora und Fauna verursacht. Fundamente werden nur oberflächlich geschliffen und verbleiben größtenteils im Waldboden mit unabsehbaren Langzeitfolgen.
Und weil das nicht schon genug der Strapazen für den Wald und seine Bewohner ist, geht beim Neubau des Ersatzkraftwerkes das ganze Prozedere in umgekehrter Reihenfolge wieder von vorne los, nur eben nicht am alten Standort, wie man meinen könnte, sondern ein paar Meter nebendran. Denn das alte Fundament kann das neue Kraftwerk nicht tragen !
Ein schöner Anglizismus für einen brutalen Eingriff in die Natur mit unendlichem Stress und weitreichenden Schäden für den Wald und seine Bewohner !