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„Im Wald ist es doch am schönsten“ Leserbrief

Anfang 2023 in der RNZ erschienen.

Die Osterfeiertage nutze ich um den Lammerskopf, einen Staatswald der von Forst BW bewirtschaftet wird, zu begehen.

Was mir regelmässig auffiel, die Beschilderung von ForstBW – entweder „Wir machen Zukunft“ oder „Im Wald ist es doch am schönsten“.

Ich kann nicht erkennen wie diese beiden penetrant beschilderten Slogans zusammenpassen, wenn die geplante Zukunft vorsieht, in dem geplanten Umfang Wald zu vernichten. Offensichtlich sieht sich ForstBW als Wegbereiter einer Zukunft, in die ich so und in diesem Umfang nicht folgen möchte. Im Internet von ForstBW wird auch das Motto „Schützen und Bewahren“ aufgeführt – dieses Motto wird offensichtlich dem politische Willen geopfert endlich ein herausragendes und publicityträchtiges Leuchtturmprojekt zu schaffen, damit sich die Entscheidungsträger alle gegenseitig einträchtig auf die Schulter klopfen können. Ich darf erinnern, dass vor Jahren die Bebauung des Weißen Steines mit Windkrafträdern bereits scheiterte – damals waren die Bürger nicht umfassend genug eingebunden worden – dem soll jetzt wohl vorgebeugt werden, wenn von einem „Bürger“windpark und beteiligten Genossenschaften die Rede ist, damit allen bewusst wird, für wen da Wald grossflächig abgeholzt wird. Einerseits werden im Stadtgebiet „Klima“wäldchen geplanzt, anderseits Kahlschlag auf dem Land. Einerseits ist die Politik nicht in der Lage, ein Tempolimit einzuführen, das sehr sinnvoll wäre, andererseits wird versucht Wählerklientel nicht zu verschrecken und deswegen dort abzuholzen wo scheinbar niemand belästigt wird – Bäume können bekanntlich nicht sprechen. Ich bin mir sicher, es gäbe technische Lösungen für unsere Energieprobleme, auch regional, nur jetzt soll in purem Aktionismus eilig etwas vorgewiesen werden – jetzt ist es sehr spät, die AKWs werden abgeschaltet.